Let it shine II: Wie Sie Ihr Silber zum glänzen bringen – Silberbesteck reinigen

(English translation, please scroll down)

Heute geht es ganz schnell, versprochen. Denn heute nehmen wir die Chemie zur Hilfe, um das Silberbesteck wieder glänzen zu lassen. Und das geht so:
(Wie es funktioniert und die Kritik an dieser Methode finden Sie im PS)

We will be very quick today, polishing your silver flatware, I promise.
Here’s what we do:

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Unsere Utensilien: Alufolie und Salz. Gumihandschuhe und Schürze nicht vergessen!
We need: Aluminium foil and salt. And your apron and your rubber gloves.

Mit der Alufolie wird das Spülbecken gut ausgelegt. Nehmen Sie reichlich, sie reißt sonst leicht ein. Und dann – Salz drauf.  Auch reichlich.
Cover the basin with the aluminium foil and add salt. Use plenty of foil, it has the tendency to rip very easily. And use a lot of salt. 

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Und heißes Wasser. Und schließlich: Ihr Silberbesteck. Eventuell zwischendurch noch mal nachsalzen.
(Achtung: Nur Teile ohne Holz-, Horn- oder Beingriffe – die vertragen diese Methode nicht gut)

Now add hot water. And your flatware. You might want to add some more salt.
(Only flatware without handles of wood or bone, those don’t like this procedure)

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Alles unter Wasser – und nun passiert das Silber putzen quasi von alleine.
Under the waterline, the cleaning happens automatically.

Bei hartnäckigen Teilen ein bißchen von Hand nacharbeiten:
If neccessary, rub a little and the tarnish will vanish.

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Schließlich – alles herausnehmen und erstmal abtropfen lassen.

Take it out and let it drip off.

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Jetzt kommt der gemütliche Teil: Nachdem Sie alle Teile noch mal mit reichlich klarem Wasser abgespült haben (sonst schmeckt hinterher die Suppe versalzen…), packen Sie die ganze Chose auf ein Tablett, bewaffnen sich mit Geschirrtüchern und tragen alles  zu einem bequemen Sessel. Nehmen Sie Platz. Denn nun wird poliert: Wie beim Besteck abtrocken wird jedes Teil abgerieben und kann dann wieder in die Schublade.
Ich nehme dafür Leinentücher, die fusseln nicht. Dass auch bei dieser Prozedur noch Ablagerungen beseitigt werden, sehen Sie hinterher an vielen schwarzen Flecken auf dem Poliertuch. Keine Angst, das geht wieder raus.

Now comes the funny part: After you rinsed it all once more with clear water (you don’t want the next soup to taste salty, do you?), you put it all on to a tray and carry that to your favourite armchair. Take a seat. With a linen dish towel (linen doesn’t make fluff) you polish every single piece. As if you’d dry up. You’ll see black stains on your linen afterwards, don’t wory, they’re removable, simply by washing.

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Mein Silberbesteck ist nun wieder einsatzbereit und liegt schön aufgereiht in seiner Schublade.

My silver flatware is back in it’s drawer, awaiting the next meal.

Ganz wichtig noch zum Schluss: Die aller-aller-allerbeste Mathode um sauberes Silber zu haben ist: Es zu benutzen. Silber, das unbenutzt in der Schublade ‚rumliegt, ärgert sich, im wahrsten Sinne des Wortes, schwarz. Wenn man es allerdings ständig im Einsatz hat, muss man diese Prozedur nur ganz selten anwenden. Übrigens: Modernes Silber kann durchaus in die Spülmaschine. Mit alten Teilen bin ich sehr vorsichtig, hier wurden zum Teil Verklebungen und Füllungen verwendet, die die Hitze in der Spülaschine nicht vertragen.

Very important: The most efficient way to have clean silver is to U S E  it. The more often you use your silverware, the longer it takes until you have to repeat this procedure. In German we say: It turns black from anger for being ignored. New silver, by the way, can go in to the dihwasher. Be careful with old pices, they might have used fillings for the handles or glues that can’t stand the heat of the dishwasher.

Und nun: Viel Vergnügen bei der Beschäftigung mit Ihren Schätzen! Machen Sie sich Musik an, kochen Sie sich einen Tee und genießen Sie den Umgang mit den edlen Stücken.
Ich freu mich, Sie bald wieder zu sehen. Dann begucken wir mal die hartnäckigen schwarzen, roten und gelben Flecken und fragen uns, wozu man eigentlich Silberputzhandschuhe benutzt.
And now: Enjoy playing with your treasures. Put on some music, have a cup off tea and have fun handling your precious pieces.
Hoping to see you all soon when we take care of those persistent black, yellow and red  stains and ask, what the polishing gloves are for.

 

GlückAuf!

 

PS :

Wie funktioniert das eigentlich?
(This is a translation of how the chemistry works – but it exceeds my english skills by far, sorry. You’ll sure find it on the internet without my double handicap: being a chemical idiot and no native speaker.)
„Im Wasserbad passiert Folgendes: Durch die gelösten Salz-Ionen wird das Wasser leitfähig. Eine elektrische Spannung zwischen dem edlen Silber und dem unedlen Aluminium wird aufgebaut, die Schwefelteilchen werden vom Silber gelöst und vom Aluminium aufgenommen. “ (Zitat von: NDR.de)

Die Kritik an dieser Methode ist folgende: Im Salzbad wird der Versilberungsprozess umgekehrt, das heißt, jedes Mal wird ein bißchen von der Versilberung abgetragen. Also ist die Alu-Salz-Methode mit Vorsicht zu genießen, wenn es sich um eine dünne Versilberung (80 oder 90) handelt, oder wenn Sie sie sehr häufig anwenden. Das Besteck, das Sie oben sehen. ist zum Teil über 70 Jahre alt und nie neu versilbert worden. Die meisten Teile haben eine 100er Versilberung.
Da es ständig in Gebrauch war (was man daran erkennt, dass zum Teil neue Messerklingen eingesetzt werden mussten), war es aber auch nicht sehr häufig notwendig, es zu putzen. Weil es sich eben nicht schwarz ärgern musste.
Auch bei mir wird diese Prozedur maximal alle zwei Jahre, eher noch weniger angewendet.  Und da ist es mir die Zeitersparnis und die Bequemlichkeit wert.

 

 

 

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Let it shine I : Wie Sie Ihr Silber zum glänzen bringen und dabei Spaß haben

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(English version – please scroll down)

Sie wollen mit mir Silber putzen? Schön, dass Sie da sind, nehmen Sie Platz – ich hab uns schon mal Kaffee gekocht und Kekse gebacken.

You’re here for silver polishing? Please take a seat, grab some cookies and there’s coffee for you, too.

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Ausserdem habe ich schon mal die wichtigsten Utensilien vorbereitet. Es sind nicht viele:

I prepared everything we’re gonna need. It’s not much:

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  1. Ohne die geht es nicht: Gummihandschuhe. Es sei denn, Sie möchten den doch etwas gewöhnungsbedürftigen Geruch von schmutzigem Silber in den nächsten Tagen noch an den Händen haben.  Ich nehmen am liebsten OP Handschuhe, die merkt man fast garnicht.
    Most important: rubber gloves. Unless you like the smell on your hands for a coulple of days…
  2. Jede Menge olle Lappen. Ausrangierte T-Shirts und Handtücher eignen sich hervorragend. Weich müssen sie sein. Silber ist sehr weich, und jedes zu feste Material hinterlässt feine Kratzspuren. Und was zerkratzt ist, kann nicht glänzen – klar, oder? Absolut tabu sind jede Art von Scheuerschwämmen oder Bürsten, auch wenn der Dreck noch so hartnäckig erscheint.
    Wenn ich übrigens sage jede Menge Lappen, dann meine ich jede Menge Lappen. Wieder wegräumen können Sie hinterher immer noch, neue holen mit schmierigen Händen nicht.
    Soft cloths. Many of them. Old towels, t-shirts – the fabric needs to be very soft. Silver is a very soft metall and gets scratched very easily. And what’s scratched, can’t shine. What’s absolutely off limits are scrubbing sponges and brushes, even when the pieces are very dirty.
  3. Silberputzmittel. Vergessen Sie die Tricks mit Zahnpasta und Kreide – das wirkt zwar, ist aber nicht gut für’s Silber, denn sie hinterlassen Kratzer und dann – siehe oben,
    Für welches Sie sich entscheiden ist Geschmackssache – es gibt aber im Wesentlichen zwei Darreichungsformen: Flüssige Lotion und feste Paste. Mein Favorit ist die Paste, weil sie sich besser dosieren lässt. Dazu benötigen wir auch noch eine kleine Schüssel Wasser.
    Silver polish. It’s your choice, there are different products on the market, My favourite is paste, it’s easier to dispense. For that, we also need some water. Please forget about chalk or toothpaste – those work, but leave scratches.
  4. Zeitungspapier – es ist viel einfacher, das hinterher zusammenzuknüllen und wegzuwerfen, als mühsam die ollen schwarzen Flecken von der Arbeitsfläche zu schrubben. Ich habe also unser Operationsfeld großflächig und mehrlagig abgedeckt (es wird feucht und schmutzig. An dieser Stelle viel Spaß an alle, die nach diesen beiden Begriffen bei Herrn Guhgl gesucht haben und hier gelandet sind…)
    Paper, old newspapers as your workspace cover – it’s easier to throw that away than to scrub the surface afterwards.   This is gonna be wet and dirty (note to those who came here by searching these two words on the search engine: Have fun. This for sure is not what you were looking for)

Utensilien da, Kaffee da, Musik läuft, meine Kekse schmecken Ihnen hoffentlich auch. Nehmen Sie noch einen, ab jetzt sind die Finger s c h m u t z i g! Apropos schmutzig: Ich binde noch eine Schürze um. Besser ist das, auch wenn die Flecken wieder raus gehen.  Für Sie habe ich auch eine.

Everything set, coffee, music, cookies – grab one more, from now on your fingers will be dirty. By the way, here’s an apron. It’s better, believe me.

Also, jetzt geht es los. Ich habe beschlossen, dass wir heute erstmal mit ein paar großen Teilen anfangen. Das macht im Ergebnis am meisten her.
Hier also unsere Patienten.

Ready, set, go. We’ll start with some bigger pieces, that makes our results more impressive in the end. Here are our patients:

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Mit der Kaffeekanne geht es los, die sieht am schlimmsten aus.
Schwämmchen nass machen (ist in der Dose enthalten, die Paste ist übrigens von Robbe & Berking und mein Favorit. Unbezahlte Werbung!) das rosa Zeug großzügig auf der Kaffeekanne verteilen.

We start with the coffee pot, that looks the worst. Some paste on the wet sponge (this is a paste from Robbe & Berking, my favourite. I don’t get paid for this!) We smear it on the pot, plenty of it.

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SILBER-PASTE-1

SILBER-PASTE-2

Schön auch in den Ecken gut einschmieren.
Every little corner gets treated.

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Mehrere Probanden sind nun gut eingeschmiert. Und Sie sehen, warum wir reichlich Zeitungspapier ausgelegt haben…

Our patients are all pink now. And you see why we used a lot of paper as an underlay …

Jetzt muss das Zeug wieder ab. Also, ran an die Lappen: Abreiben. Feucht oder trocken. Und … oh Wunder … unter dem schwarzen Schmier kommt plötzlich glänzendes Silber zum Vorschein.  … Das ist der Spaßfaktor: Den alten Teilchen ihren Glanz wieder verleihen – jetzt wissen Sie, warum ich das gerne mache!

For getting it of, we gently rub with a wet or dry cloth – and there it is, the wonderful shine of silver. Now you can see why I call this fun: I love the moment, when the pieces get back their identity.

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Nach und nach haben wir jetzt all die vor-eingeschmierten Teile wieder sauber poliert. Möchten Sie noch ’n Kaffee?
Wenn es übrigens nicht an allen Stellen sofort wieder glänzt, müssen wir nacharbeiten. Einfach noch mal Paste, trocknen lassen, abwischen.
So arbeiten wir uns durch alle Teile, die wir uns für heute vorgenommen haben. Und das Ergebnis kann sich doch sehen lassen, oder?

We polish all the pieces we prepared. Some more coffee for you? When a part is still black, we repeat the procedure on that spot.
And the result – is pretty impressive, don’t you think so?

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Übrigens: Bei Flächen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, spüle ich immer noch mal mit Wasser nach. Finde ich appetitlicher. Da die meisten Putzmittel aber auch einen gewissen Anlaufschutz bieten (sollen), mache ich das wirklich nur bei Besteck  und zum Beispiel Schalen für Gebäck. So gerne ich Silber putze – wenn’s ein bißchen dauert bis zum nächsten mal ist das auch OK…

For pieces I use for food, I rinse them before use. But, as the polish is supposed to give a certain shield against tarnishing, I don’t do that with all the pieces. As much as I love polishing my silver – some delay in tarnishing is very welcome.

Hier noch mal zur Verdeutlichung: Darum haben wir eine Schürze umgetan.
Weil man sich so auch gern die Teile an die Figur drücken kann, dann poliert es sich besser.

And here is why we wore that apron:

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So, vielen Dank für Ihre Gesellschaft und Ihre Unterstützung. Ich genieße jetzt den Anblick unseres Werkes noch ein bißchen…

Thank you vey much for your company and your support. I’ll sit here for a while, admiring our work:

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Wenn Sie mögen, kommen Sie doch bald wieder vorbei für Teil II und III der Silberputzerei. Dann beschäftigen wir uns mal mit Besteck.  Und dem hartnäckigen Gelb- oder Rotschimmer, den manche Teile haben und der einfach nicht abgehen will. Und was man dagegen machen kann – oder eben auch nicht.

Your invited to come back for parts II and III of „Let it shine“: Polishing flatware and the treatment of those stains and colours one can’t get rid off. I’ll show you what you can do about that – and what not.

Also, bis bald. Und wenn Sie noch Fragen haben – bitte gerne. Wenn ich kann, helfe ich.

CU soon. Any questions? I’d be glad to help!

 

GlückAuf!

 

Alle meine Tipps sind jahrelang erprobt, aber ohne Gewähr.
All my tipps are proved by me over the years, but no liability assumend! 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heraus mit den Schätzen! Frühjahrsputz muss sein.

(For English translation, please scroll down)

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Als ich Ihnen kürzlich stolz meinen neuen Besteckschrank präsentiert habe (Viele Neue Schubladen – klick) kam es heraus: In HansensGasse muss dringend Silber geputzt werden! Das ist eine der Hausarbeiten, die ich wirklich gerne mache. In aller Ruhe meine Schätze pflegen, mich dabei über jedes schöne (alte) Stück freuen, die Handschmeichler Stück für Stück wieder zum Glänzen bringen. Das hat was – das ist aber auch zeitaufwändig. Deshalb passiert es dann doch leider nicht allzu häufig.
Aber, fester Vorsatz,  diese Woche ist es so weit!

Einstweilen habe ich schon mal den Sektkühler mit Maiglöckchen gefüllt – dann duftet es beim Putzen besser.

Und damit ich den ganzen Spaß nicht alleine habe, nehme ich Sie mit zum Putzen.
Ich zeig Ihnen mal so meine Tricks: Wie manches schneller geht. Was man auf keinen Fall mit Silber veranstalten sollte. Und wie ich mir beim Silberputzen einen richtig schönen Nachmittag gestalte.
Also, kommen Sie „die Tage“ wieder vorbei, dann putzen wir gemeinsam Silber.  Es macht Spaß, versprochen!

Proudly presenting my new flatware chest the other day (Drawers galore – click here) it was more than obvious: Polishing silverware is the next task on the list in HansensGasse. Actually, this is one of the chores I love doing: Taking every single piece into my hands, enjoying it’s beauty, bringing it’s shine back  – that’s fun. But it’s very time consuming, too, and that’s why it doesn’t take place to often.
But – this week it’s gonna happen.

Until then, I filled the champagne cooler with lillies of the valley (a lot of them!), so the smell while polishing will be better.
And, why should I have all the fun on my own – I’ll let you take part: I’ll show you some of my tricks, the DOS and DONTS with plated and sterling silver pieces and how to really enjoy the duty.

So, don’t forget to come back to to help me polishing. It’ll be fun, I promise!

GlückAuf!

 

Nr. 4, 5 & 6/42: Ist ja bald Ostern. Gestrickte Kuschelkaninchen für Großcousinen und Patenmädchen

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Die Nr. 4, 5 &6/42 sind Projekte mit Termindruck gewesen, sie sind nämlich zu Ostern für meine beiden Großcousinen und mein Patenmädchen. Die Farben enstprechen den derzeitigen Vorlieben der jungen Damen. Und bevor sie ihren Weg nach Hamburg und Münster antreten, hier noch schnell der Haken auf der Liste: Kaninchen erledigt.
Die Anleitung ist denkbar einfach und zu finden bei Anette von Lebenslustiger (click). Auch bei Pinterest geistern die Kaninchen in vielfältiger Ausführung durchs Netz – aber besuchen Sie ruhig mal Lebenslustiger, da gibt es ein prima Bilder-Tutorial (click). Und es ist auch ansonsten sehr schön dort.

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Nos 4, 5 & 6/42 are finished: Woolen rabbits for my god child and my 2nd cousins. The colours are the young ladies choices. And before they’re on their way to Hamburg and Münster, here’s my report: 3 little rabbits to be knitted from my list – check!
The pattern is more than simple, I got it from Anette from Lebenslustiger (click). You can find a lot of these rabbits on pinterest, too. The, I think original, tutorial with a lot of pics (click) is Anette’s on Lebenslustiger. And apart from that , it is a very nice blog anyway!

Jetzt: Nr 7/42…
On my way with No. 7/42…

GlückAuf!

Wollen Sie wirklich Granny Squares zusammenhäkeln? Na bitte:

My appologies to my English speaking readers, this post is about the subject of joining granny squares, which caused a lot of traffic from the German speaking countries from a former post. I decided to put together another post, but apart from the fact that this by far exceeds my skills of English crocheting terminology, the post didn’t get any traffic from other countries. So please excuse me for not translating this one into English.

Seit einiger Zeit liegt ein Post aus dem Herbst 2012 ganz weit vorne: Zur Zeit: Granny Squares.
Diese Thema scheint Sie brennend zu interessieren, denn der Post bekommt mit Abstand die meisten Besuche. Und gestern ist die Statistik dann völlig durch die Decke geschossen: Besucher und Views haben sich mehr als verzehnfacht und: Alle wollen Granny Squares!
Ich kann zwar kaum glauben, dass ein allgemeines Häkelfieber den deutschsprachigen Raum erfasst hat (ja, die Österreicher und die Schweizer waren auch beteiligt), aber Ihr Wunsch ist mir Befehl und ich habe „auf rasch“ (sagt man hier so) einen weiteren, etwas ausführlicheren Beitrag zusammengestellt. (Ich habe auch noch den leisen Verdacht, dass ein Suchmaschinen-Crawler hier unterwegs war. Wenn dem so ist, will ich den auch gern beglücken, falls er nochmal vorbei kommt. Ach, und wenn jemand weiß, wie ich das rauskriege, bitte immer her mit den guten Tipps!)

Aber nun zu den Quadraten.
Meine Lieblingsmethode ist das zusammenhäkeln, in dem man nur jeweils eine Schlinge der beiden Randmaschen erfasst. Das gibt einen schönen, plastischen Rand und geht so:

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Durch die beiden aneinander liegenden (inneren) Schlingen der Randmasche…

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… eine feste Masche häkeln (sie können auch eine halbe Masche häkeln. Dann wird es etwas flacher.)

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So sieht es von vorne aus – noch nicht gespannt und gebügelt.

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… und so von hinten.

 

Wenn man beide Schlingen erfasst wird der Rand dicker und die Decke liegt nicht so schön glatt, aber z.B. für Kissenhüllen gibt es dann noch mehr Struktur:

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Maschen: beide Schlingen werden erfasst

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Lücken: ich steche ganz in die Lücke ein – die zwei Schlingen hier herauszufriemeln ist mir zu mühselig. Da ich diese Methode nur für Kissenplatten nutze, sieht es eh keiner von hinten, und von vorne ergibt es diesen netten „tiefe Maschen Effekt“, hier in rot besonders deutlich zu sehen.

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So sieht es von vorne aus – noch nicht gespannt und gebügelt.

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… und so von hinten.

Schließlich kann man die Quadrate auch zusammennähen. Das hat zwei nicht zu verachtende Vorteile: Erstens geht es viel, viel schneller, und zweitens kann man die losen Fäden, die bei Granny Squares ja immer reichlich anfallen, gleich mit vernähen.
Nachteil dieser Methode ist, dass sie gar keine Struktur ergibt.  Und die ist ja eigentlich irgendwie typisch für Grannies, oder?  Es wird irgendwie einfach nur platt.
Das sieht dann so aus:

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Durch beide Schlingen mit der stumpfen Nadel, immer schön von links nach rechts.

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Es entsteht ein Zopf aus den Randmaschen. Dieser Rand ist im Vergleich zu den anderen relativ flach.

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Von hinten finde ich es nicht so schön. Die Stiche sind deutlich sichtbar, auch bei gleichfarbigem Garn macht das einen unruhigen Gesamteindruck.

 

Soweit mein kleiner Auffrischungsbeitrag über die Häkelquadrate. Was ein Glück, das fünf von meinen (ehemals) 42 Projekten was mit Granny Squares zu tun haben! So hatte ich für diesen Beitrag doch gleich reichlich Rohmaterial zur Hand. Für eine Decke, für die ca. 800 Quadrate geplant sind, habe ich auch schon über 400 Stück zusammen. Jahaa! Da können Sie sich sicher vorstellen, dass Sie das Endprodukt nicht vor Oktober zu Gesicht bekommen.
Aber: Bleiben Sie dran, ich verspreche auch bis dahin noch reichlich Granny Square Content!

Quadratische, herzliche Grüße aus HansensGasse

GlückAuf!

PS: Ich könnte auch noch einen Post über „Fäden vernähen bei Granny Squares“ schreiben. Aber das nimmt mir dankenswerterweise meine Schwiegermutter ab. Bei der Decke reden wir von mehr als 1.600 Fäden, und das auch nur, weil ich einfarbige Quadrate mache. Sie ahnen, wie dankbar ich ihr bin. Sonst wäre schon die letzte Decke nicht fertig geworden (die können Sie, zumindest in Teilen hier begucken)

PPS: Update – die Statistik spielt heute weiterhin verrückt beim Thema Großmutter Quadrate. Nicht ganz so heftig wie gestern, aber noch immer sind Besucher und Views ein Vielfaches von „normalen“ Tagen. Und fast alles „unknown serch terms“. Ich muss das nicht verstehen, oder?

Anleitung zum Sockenstricken Teil III

Dies ist der dreitte Teil der Anleitung. Teil 1 und 2 finden Sie in den älteren Beiträgen, auch hier in Haus Nr. 11 „Selbstgemacht“

In diesem Teil geht es um die Fußspitze.

14 Maschen auf jeder Nadel, jetzt geht´s rund. Und zwar für Größe 39/40  38 mal. Dann sind wir vorne, sprich an der Fußspitze angelangt. Und müssen die Socke um die Zehenform biegen, sprich eine Minderung einlegen.

Gemindert wird auf den Seiten wo die Zehen sind.

Also so:

Und nicht so:

Das habe ich extra zur Veranschaulichung einmal so verkehrt gestrickt. Bestimmt. Ganz ehrlich. Und nur zufällig dabei telefoniert. Ich war super konzentriert…

Gemindert wird also ein den SEITEN und nicht oben und unten, und zwar immer die vorvorletzte und vorletzte bzw. die zweite und dritte Masche durch zusammenstricken.

Damit es nicht zu scharf um die Kurve geht (es sei den Sie haben sehr kurze Zehen… Nein, eigentlich selbst dann nicht!) wird in den ersten Runden immer noch eine Zwischenrunde ohne Minderung eingelegt. Ich mache das immer bis noch 6 Maschen auf jeder Nadel sind, dann wird es vorne schön rund.

Hier habe ich das noch mal markiert: Mindern durch Zusammenstricken erst nur in jeder zweiten Reihe, weiter vorne an der Spitze dann jede Reihe.

Ab 6 Maschen pro Nadel wird in jeder Runde gemindert und Ruck zuck haben Sie gefühlt mehr Nadeln als Maschen in der Hand. Dann wird es etwas friemelig, Wenn nur noch 2 Maschen auf der Nadel sind wird komplett abgestrickt.

Das sieht dann so aus:


Mit dem verbleibenden Fädchen wird beim Vernähen das kleine Loch zusammengezogen (ganz Tapfere können auch noch weiter mindern, aber dann wird es echt so richtig friemelig und mir fallen immer die Nadeln aus der Einzelmasche die noch übrig bleibt. Also vernähe ich, sieht kein Mensch)

So, nun haben Sie ein Paar klassische Socken. Ich wünsche warme Füße!

Glückauf

P.S. : Wenn Sie zufällig einen Tipp haben, wo eine verständliche und gute Anleitung für Stiefelstulpen, Handstulpen, Pulswärmer etc zu finden ist (oder mir eine schreiben würden) wäre ich über alle Maßen begeistert.  Also jetzt nicht so glatt rechts in Runden, dass kann ich selber. Mir schwebt was in Ajourmuster vor, und ich bin nicht die Königin des Musterausrechnens. Und ich bin definitiv zu ungeduldig zum Ausprobieren, wenn der erste Versuch schon Murks ist wird das nix. Also brauche ich was mit Geling-Garantie. Bitte 🙂

Das Sockenprojekt …

… ist in vollem Gange. Gerade habe ich die Maschen für das sechste Paar angeschlagen:

Die Tasche, in der ich mein aktuelles Werk ständig mit mir führe (ist im übrigen auch selbst gewirkt, nach einer Anleitung von hier (Ein Klick führt Sie direkt zum Tutorial)

Gretelies

Die Stickerei ist Phantasie und eine Eigenkreation. Das Material ist einfaches, aber oft gewaschenes Leinen. Ein Handschmeichler und sehr stabil.

Weiterstricken – Glückauf.