Eiskalter Samstag…

… bei 7 Grad und einsetzendem Nieselregen verbrachte ich heute vormittag 3 1/2 Stunden im Wald sitzend.

Ich war zur Jagd eingeladen und wartete auf Wildschweine – leider kamen keine. Dafür aber mehrere Rehe und ein Fuchs.

Wenn man so ganz still im Wald sitzt wird einem bei diesen Temperaturen eiskalt. Insbesondere wenn man, so wie ich, im Wind sitzt. Mehreren warmen Kleiderschichten zum Trotz.
Und dennoch habe ich es unendlich genossen: 3 1/2 Stunden habe ich mutterseelenallein und komplett entschleunigt den Blättern beim Fallen zugesehen.

Es hat sich gelohnt, ich habe Kraft und Ruhe getankt für eine nächste Woche, vollgepackt mit Aufgaben und Terminen.

Jetzt gehe ich an die Heizung. Auftauen.

Glückauf.

Stöckchen – Spaziergang

Haben Sie sich schon mal gefragt, warum zur Zeit in vielen Wiesen Stöcke mit irgendwelchem Flatterkram stecken?
Vogelscheuchen – auf Wiesen???

Nicht ganz, aber so ähnlich. Im Mai werden die Rehkitze geboren – Bambis überall (obwohl: stimmt nicht, Bambi war ein Hirsch. Aber – Sie wissen schon, die süßen kleinen Tierchen mit den Punkten. Punkte haben Rehkitze nämlich auch)
Die Stöcke sollen die Rehe davon abhalten, dort ihre Kitze abzulegen. Das machen die Mamis nämlich mit ihren Rehkindern, bevor sie in Ruhe äsen (grasen) gehen: Leg Dich da hin und bleib mucksmäuschenstill liegen, bis ich Dich wieder abhole. Und bei Rehkindern funktioniert so eine Ansage auch. Sie bleiben liegen, egal, was passiert. Und sei es das Mähwerk beim Wiese mähen – was sie leider nicht überleben.

Um also den Ricken (den Reh-Mamis) den Platz zu diesem Zwecke zu vergraulen, stiefeln die Jäger und Landwirte einen Tag, bevor gemäht werden soll, los und verzieren die Wiesen. Dann gehen die Ricken woanders hin.
Und zur Zeit wird das Gras das erste Mal gemäht – daher diese zwar wenig schöne, aber sehr nützliche Gestaltung. Während des Mähens werden die Stäbe wieder eingesammelt, es bleibt also kein Müll in der Natur.

Sollten sie übrigens beim Spazierengehen einmal ein Kitz finden, das scheinbar verlassen da liegt: Bitte liegen lassen, nicht anfassen – Mami holt es später wieder ab. Wenn es angefasst wird und dann nach Mensch riecht, nimmt sie es aber nicht wieder an – also, Finger weg.

Zur Zeit ist in der Natur jede Menge los: Kleine Hasen, Waschbären, Kitze, Füchse – die Kinderstube im Mai. Aus diesem Grund sollten Hunde immer angeleint sein, wenn der Spaziergang in die Natur führt. Auch ein Hund, der scheinbar „garnichts“ macht, erschreckt und stört.

Und morgen erzähle ich Ihnen, was die Stöcke mit den Yoghurtbechern an den Feldern zu suchen haben. Kunst im freien Raum ist es nicht.

Glückauf!