Anleitung zum Sockenstricken Teil III

Dies ist der dreitte Teil der Anleitung. Teil 1 und 2 finden Sie in den älteren Beiträgen, auch hier in Haus Nr. 11 „Selbstgemacht“

In diesem Teil geht es um die Fußspitze.

14 Maschen auf jeder Nadel, jetzt geht´s rund. Und zwar für Größe 39/40  38 mal. Dann sind wir vorne, sprich an der Fußspitze angelangt. Und müssen die Socke um die Zehenform biegen, sprich eine Minderung einlegen.

Gemindert wird auf den Seiten wo die Zehen sind.

Also so:

Und nicht so:

Das habe ich extra zur Veranschaulichung einmal so verkehrt gestrickt. Bestimmt. Ganz ehrlich. Und nur zufällig dabei telefoniert. Ich war super konzentriert…

Gemindert wird also ein den SEITEN und nicht oben und unten, und zwar immer die vorvorletzte und vorletzte bzw. die zweite und dritte Masche durch zusammenstricken.

Damit es nicht zu scharf um die Kurve geht (es sei den Sie haben sehr kurze Zehen… Nein, eigentlich selbst dann nicht!) wird in den ersten Runden immer noch eine Zwischenrunde ohne Minderung eingelegt. Ich mache das immer bis noch 6 Maschen auf jeder Nadel sind, dann wird es vorne schön rund.

Hier habe ich das noch mal markiert: Mindern durch Zusammenstricken erst nur in jeder zweiten Reihe, weiter vorne an der Spitze dann jede Reihe.

Ab 6 Maschen pro Nadel wird in jeder Runde gemindert und Ruck zuck haben Sie gefühlt mehr Nadeln als Maschen in der Hand. Dann wird es etwas friemelig, Wenn nur noch 2 Maschen auf der Nadel sind wird komplett abgestrickt.

Das sieht dann so aus:


Mit dem verbleibenden Fädchen wird beim Vernähen das kleine Loch zusammengezogen (ganz Tapfere können auch noch weiter mindern, aber dann wird es echt so richtig friemelig und mir fallen immer die Nadeln aus der Einzelmasche die noch übrig bleibt. Also vernähe ich, sieht kein Mensch)

So, nun haben Sie ein Paar klassische Socken. Ich wünsche warme Füße!

Glückauf

P.S. : Wenn Sie zufällig einen Tipp haben, wo eine verständliche und gute Anleitung für Stiefelstulpen, Handstulpen, Pulswärmer etc zu finden ist (oder mir eine schreiben würden) wäre ich über alle Maßen begeistert.  Also jetzt nicht so glatt rechts in Runden, dass kann ich selber. Mir schwebt was in Ajourmuster vor, und ich bin nicht die Königin des Musterausrechnens. Und ich bin definitiv zu ungeduldig zum Ausprobieren, wenn der erste Versuch schon Murks ist wird das nix. Also brauche ich was mit Geling-Garantie. Bitte 🙂

Das Sockenprojekt …

… ist in vollem Gange. Gerade habe ich die Maschen für das sechste Paar angeschlagen:

Die Tasche, in der ich mein aktuelles Werk ständig mit mir führe (ist im übrigen auch selbst gewirkt, nach einer Anleitung von hier (Ein Klick führt Sie direkt zum Tutorial)

Gretelies

Die Stickerei ist Phantasie und eine Eigenkreation. Das Material ist einfaches, aber oft gewaschenes Leinen. Ein Handschmeichler und sehr stabil.

Weiterstricken – Glückauf.

Anleitung zum Sockenstricken Teil I

Ungefragt, freiwillig und kostenlos gönne ich Ihnen eine Anleitung zum Sockenstricken. Ich fotografiere die aktuellen Begleitprojekte im Entstehungsprozess, daher gibt es das Ganze häppchenweise.
Im ersten Teil gibt es noch keine Fotos – in Runden stricken ist ja nicht so spektakulär, oder?

Wolle, Nadeln startklar? Los:

Wollsocken – ganz klassisch, ganz einfach

Ganz klassisch, weil das hier einfach nur warme, schlichte Socken werden.
Ohne Rüschen und Schnick Schnack.
Ganz einfach, wenn Sie 2 Dinge schon können:

  1. Die Grundgangarten des Strickens (rechte/linke Maschen, abnehmen, Maschen am Rand anschlagen)
  2. mit einem Nadelspiel, also 5 Nadeln auf einmal, in Runden stricken.

Dann ist es wirklich ganz, ganz einfach.

Vorab noch ein Tipp: Ich stricke immer beide Socken parallel. Dann muss ich mir Maschenzahlen oder kleine Improvisationen nicht merken oder aufschreiben, sondern fertige sofort das Gegenstück. Denn trotz einer Unmenge von Socken, die ich in meiner Karriere schon gestrickt habe: Jede ist ein Einzelstück. Und die beiden, die zusammengehören, sollten sich so ähnlich wie möglich sein. Abgesehen davon, finde ich es auch motivierender, wenn dann ein Paar Socken wirklich komplett fertig ist. Macht nicht weniger Arbeit, weiß ich auch. Meiner Motivation ist es trotzdem förderlich.

Also, jetzt geht es los:
Socken mit 6 fädigem für Größe 40, Frauenfüße (=eher schmal)

Schlagen Sie auf einem Nadelspiel 56 Maschen verteilt auf vier Nadeln an (=14 Maschen pro Nadel) und schließen Sie den Kreis.
Aufpassen, dass es dabei nicht zum Möbiusband wird – das lässt sich gerade noch in der ersten Reihe durch verdrehen retten, danach nicht mehr
Je nach Größe und gewähltem Garn schlagen wir unterschiedlich viele Maschen an. Wichtig ist, dass die Maschenzahl für das Bündchen durch 4 teilbar ist, da wir selbiges in 2links/2rechts stricken – das sitzt besser als glatt rechts oder 1links/1rechts. Abweichende Maschen- oder Reihenangaben für andere Größen/anderes Garn finden Sie demnächst auch hier, ich zähle noch.

Nun stricken Sie das Bündchen – wie gesagt 2links/2rechts. 51 Runden lang.
Noch ein Tipp zur Maschenverteilung: Ich mag es lieber, wenn meine erste abzustrickende Masche eine rechte Masche ist. Also lege ich je zwei Maschen auf eine Nadel weiter um, sodass ich 12 – 16 – 12 – 16 Maschen auf den Nadeln des Spiels habe. Dann passt es mit 2links/2rechts wieder entsprechend. Wichtig ist, dass Sie diese Umverteilung später beim Arbeiten von Ferse und Spitze entweder berücksichtigen oder rückgängig machen, sonst kann es schief werden. Aber dazu später.
51 Reihen fertig? Woher wissen Sie das? Indikator für „wieder eine Runde geschafft“ ist entweder das Zählen der abgestrickten Nadeln (bißchen eintönig für meinen Geschmack) oder schlicht jedes Mal darauf achten, wenn das Fädchen vom Anfang unten vorbeikommt – dann fängt eine neue Runde an. Wenn ich dunkle oder sehr melierte Wolle stricke, mache ich mir eine Strichliste, das spart das lästige Zählen. Helle Wolle lässt sich leicht mal eben zählen.

So, der erste Part ist geschafft. Entweder machen Sie jetzt gleich weiter, oder Sie erledigen das Gleiche schnell mal eben für den zweiten Socken.

Zwischenreihen
4 Runden glatt rechts.
Bevor wir uns der Ferse widmen, schaffen wir zwischen Ferse und Bündchen ein bißchen Abstand, sonst hat man das doch eher platische Rippenmuster direkt bis an die Ferse.
Hier empfehle ich, die Umverteilung der Maschen wieder zu korrigieren, also auf jede Nadel 14 Maschen. Ab jetzt kommt ja kein Rippenmuster mehr. (die Arbeit wird gleich geteilt –  wenn Sie einfach nur 2 Nadeln abstricken, könnten Sie 16 + 16 erwischen – das wäre zuviel. Oder 12 + 12, das wäre zu wenig. Also machen Sie wieder 14 – 14 – 14 – 14 draus. Hilft, ich weiß, wovon ich spreche.)

So weit so klar? Teil II und III folgen in Kürze.
Für heute erstmal

Glückauf.